top of page

Perenterol bei Antibiotika: Wann und wie einnehmen?

Autorenbild: Anzeige - Apotheken Wochenblatt
Anzeige - Apotheken Wochenblatt
vor 1 Tag
2 Min. Lesezeit

Durchfall ist eine häufige Nebenwirkung von Antibiotika. Viele Ärztinnen, Ärzte und Apotheken empfehlen deshalb Perenterol. Wie funktioniert es, und wie nimmt man es richtig ein?


Das Wichtigste in Kürze: Perenterol enthält die medizinische Hefe Saccharomyces boulardii. Da Hefen von Antibiotika nicht abgetötet werden, kann es gleichzeitig eingenommen werden. Es senkt nachweislich das Risiko für antibiotikabedingten Durchfall. Bei schwer geschwächtem Immunsystem ist Vorsicht geboten.

Was ist Saccharomyces boulardii?

Saccharomyces boulardii ist eine medizinische Hefe, die ursprünglich aus Litschi- und Mangostan-Früchten isoliert wurde. Anders als Bakterien werden Hefen von Antibiotika nicht angegriffen. Das ist ein entscheidender Vorteil gegenüber bakteriellen Probiotika.


Die Hefe soll:


  • das Gleichgewicht der Darmflora stabilisieren

  • krankmachende Keime und deren Giftstoffe hemmen

  • die Darmschleimhaut schützen



Anwendungsgebiete

Anwendungsgebiet

Hinweis

Durchfall durch Antibiotika

Vorbeugung und Behandlung

Akuter Durchfall

zur Linderung und Verkürzung

Reisedurchfall

Vorbeugung vor und während der Reise

Durchfall bei Sondenernährung

nach ärztlicher Anweisung



Einnahme bei Antibiotika

Da die Hefe von Antibiotika nicht abgetötet wird, ist kein großer Abstand nötig. Viele nehmen Perenterol trotzdem zeitversetzt ein, das ist aber nicht zwingend.


  1. Mit Beginn der Antibiotika-Therapie starten.

  2. Während der gesamten Therapie einnehmen.

  3. Nach Ende der Antibiotika noch einige Tage weiter einnehmen, wie in der Packungsbeilage angegeben.

  4. Kapseln mit kalter oder lauwarmer Flüssigkeit einnehmen, nicht mit heißen Getränken oder Alkohol, da die Hefe sonst abstirbt.


Kapseln neben einer Schale Naturjoghurt
Anders als Bakterien werden Hefen von Antibiotika nicht abgetötet.


Wichtig: Nicht mit Pilzmitteln

Perenterol sollte nicht gleichzeitig mit Antimykotika eingenommen werden, also Mitteln gegen Pilzinfektionen. Diese würden die Hefe abtöten.



Was sagt die Studienlage?

Für Saccharomyces boulardii gibt es zahlreiche Studien. Übersichtsarbeiten zeigen, dass die Hefe das Risiko für antibiotikabedingten Durchfall deutlich senken kann. Damit gehört sie zu den am besten untersuchten Probiotika.



Für wen ist Perenterol nicht geeignet?

  • Menschen mit zentralem Venenkatheter

  • Menschen mit stark geschwächtem Immunsystem, etwa nach Transplantation oder während einer Chemotherapie

  • Schwerkranke auf der Intensivstation

  • Menschen mit Hefeallergie


Bei diesen Gruppen wurden in seltenen Fällen Pilzinfektionen im Blut beschrieben. Auch das Öffnen von Kapseln in der Nähe solcher Patienten sollte vermieden werden.



Wann zum Arzt?

  • Blutiger oder schleimiger Durchfall

  • Hohes Fieber

  • Durchfall, der länger als zwei bis drei Tage anhält

  • Starke Bauchschmerzen

  • Anzeichen von Austrocknung

  • Durchfall bei Säuglingen und Kleinkindern



Häufige Fragen

Wie lange vor einer Reise sollte man Perenterol nehmen?

Zur Vorbeugung von Reisedurchfall wird meist einige Tage vor Reiseantritt begonnen. Die Packungsbeilage enthält genaue Angaben.

Ist Perenterol für Kinder geeignet?

Es gibt Darreichungsformen für Kinder. Bei Kleinkindern mit Durchfall sollte jedoch ärztlicher Rat eingeholt werden.

Kann man den Kapselinhalt in Essen mischen?

Ja, in kalte oder lauwarme Speisen. Heißes Essen tötet die Hefe ab.


Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke.


Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Beratung durch Ärztin, Arzt oder Apotheke. Genannte Produkt- und Markennamen dienen ausschließlich der Information.

 
 
bottom of page