Pantovigar oder Priorin: Was hilft bei Haarausfall?

Wenn plötzlich mehr Haare in der Bürste hängen, greifen viele zu Präparaten aus der Apotheke. Pantovigar und Priorin gehören zu den bekanntesten. Beide setzen auf Nährstoffe für die Haarwurzel, unterscheiden sich aber in der Zusammensetzung.
Das Wichtigste in Kürze: Pantovigar und Priorin enthalten Nährstoffe wie L-Cystin und Pantothensäure. Pantovigar setzt zusätzlich auf medizinische Hefe und Keratin, Priorin auf Hirse-Extrakt. Beide richten sich an diffusen Haarausfall und brauchen mehrere Monate. Bei erblich bedingtem Haarausfall helfen sie nicht.
Formen von Haarausfall
Form | Merkmale |
Diffuser Haarausfall | gleichmäßig verteilt, oft nach Stress, Infekten, Diäten oder Geburt |
Erblich bedingter Haarausfall | Geheimratsecken, lichter Scheitel, hormonell beeinflusst |
Kreisrunder Haarausfall | runde, kahle Stellen, Autoimmunerkrankung |
Nährstoffpräparate kommen vor allem bei diffusem Haarausfall infrage.
Pantovigar
Pantovigar enthält unter anderem:
Medizinische Hefe
Calciumpantothenat (Vitamin B5)
Thiamin (Vitamin B1)
L-Cystin, eine schwefelhaltige Aminosäure
Keratin, den Baustoff der Haare
Es ist als Arzneimittel bei diffusem Haarausfall zugelassen, der nicht hormonell bedingt ist.
Priorin
Priorin setzt vor allem auf:
Hirse-Extrakt
L-Cystin
Pantothensäure
Je nach Produkt handelt es sich um ein Arzneimittel oder ein Nahrungsergänzungsmittel, die Packung gibt Auskunft.

Der Vergleich
Merkmal | Pantovigar | Priorin |
Kernzutat | medizinische Hefe, Keratin | Hirse-Extrakt |
L-Cystin | ja | ja |
Pantothensäure | ja | ja |
Anwendungsdauer | mehrere Monate | mehrere Monate |
Einsatz | diffuser Haarausfall | diffuser Haarausfall |
Geduld ist entscheidend
Haare wachsen nur etwa einen Zentimeter pro Monat. Zudem befinden sich viele Haare in einer Ruhephase, bevor sie ausfallen. Deshalb gilt:
Eine Wirkung ist frühestens nach drei Monaten zu erwarten.
Hersteller empfehlen oft eine Einnahme über drei bis sechs Monate.
Regelmäßige Einnahme ist wichtig.
Was sagt die Studienlage?
Für die Präparate gibt es einige Studien, vor allem bei Frauen mit diffusem Haarausfall. Die Datenlage ist aber begrenzt. Wer keinen Nährstoffmangel hat, profitiert möglicherweise kaum.
Häufige Ursachen, die man abklären sollte
Eisenmangel, besonders bei Frauen
Schilddrüsenerkrankungen
Hormonelle Veränderungen, etwa nach der Geburt oder in den Wechseljahren
Medikamente
Starke Diäten oder Eiweißmangel
Stress und schwere Infekte
Diese Ursachen sollten ärztlich abgeklärt werden, bevor man monatelang Präparate einnimmt.
Häufige Fragen
Helfen Pantovigar oder Priorin bei Geheimratsecken?
Nein. Bei erblich bedingtem Haarausfall wirken andere Mittel, etwa Minoxidil, deren Anwendung ärztlich besprochen werden sollte.
Kann man beide gleichzeitig nehmen?
Das ist nicht sinnvoll, da sich die Inhaltsstoffe überschneiden.
Wann sollte man mit Haarausfall zum Arzt?
Bei plötzlichem, starkem oder fleckförmigem Haarausfall sowie bei begleitenden Beschwerden wie Müdigkeit oder Gewichtsveränderungen.
Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Beratung durch Ärztin, Arzt oder Apotheke. Genannte Produkt- und Markennamen dienen ausschließlich der Information.



